C. Lösungsansätze Krankenkasse

Für betroffene Familien ist es vor allem wichtig, dass es endlich sinnvolle Regelungen gibt. Die verschiedenen Lösungsansätze haben klarerweise ihre Vor- und Nachteile, was jedoch sekundär ist. Im Vordergrund steht vor allem, dass es überhaupt eine Lösung gibt. Vermutlich ist die optimale Lösung nicht in einem dieser Ansätze allein, sondern in einer Kombination zu finden.

I. Ansätze für eine sozial gerechte Verteilung der Kosten

Ansatz C1. Wiederherstellung des sozialen Korrektiv Prämienverbilligung

Maximal 8% des Haushaltseinkommens sollen für die Krankenkassenprämien verwendet werden müssen (gemäss dem Sozialziel des Bundesrates). Automatische Entrichtung der Verbilligung basierend auf den Daten der Einwohnerkontrolle und des Steueramtes. Eliminierung sämtlicher durch die Kantone errichteten Hürden und Schikanen. Dieser Punkt ist absolut zentral, sonst werden findige Kantone weiterhin Mittel und Wege finden, Anspruchsberechtige auszuschliessen.

Ansatz C2. Umstellung von der Kopfprämie auf einkommensbasierte Prämien

Ansatz C1. ist vom Resultat her vergleichbar mit dieser Lösung. Anstatt den komplizierten Weg zu wählen, zuerst eine Kopfprämie zu verlangen und diese dann mit Prämienverbilligungen zu kompensieren, ist dies der direkte und einfache Weg zu einem vergleichbaren Ziel.

II. Ansätze für eine Reduktion der Kosten durch mehr Eigenverantwortung

Ansatz C3. Radikale Reduktion der obligatorischen Grundversicherung

Die obligatorische Grundversicherung umfasst nur noch das absolut Lebensnotwendigste (Notfallmedizin, Geburt & Tod, etc.). Bei der Erstellung des Kataloges kann man sich z. B. bei Médecins Sans Frontières (MSF) orientieren. Die Grundmedizin, die MSF in Krisengebiete bringt, ist in etwa die Medizin, die in der Grundversicherung enthalten sein soll. Mit einem Beitrag von CHF 50 (vermutlich viel weniger) pro Person und Monat, ist eine solche Grundversicherung problemlos realisierbar.

Ansatz C4: Umstellung auf eine Krankenkasse mit “Verursacherprinzip”

Die praktische Umsetzung ist mit einigen Herausforderungen konfrontiert, aber es wird sicherlich möglich sein einen annähernd gerechten Modus zu entwickeln. Das Prinzip ist einfach: Die Krankenkasse übernimmt nur Kosten die nicht selber verursacht wurden. In vielen Fällen wird dies nicht ein Wert von 0% oder 100% sein, sondern irgend ein Wert dazwischen. Wir gehen davon aus, dass mittel- und langfristig auch die Kosten massiv sinken werden, da durch das Verursacherprinzip die Bürger vermehrt auf ihre Gesundheit achten werden.

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Ansatz C5. Aufhebung des Krankenkassenobligatoriums

Dieser Ansatz bedeutet keineswegs, dass es keine Grundversicherung mehr gibt oder dass die meisten keine Grundversicherung mehr abschliessen werden. Es bedeutet, dass die Grundversicherung nicht mehr obligatorisch und allgemein verbindlich geregelt ist. Es bietet die Chance für neue und alternative Ansätze. Im Prinzip bietet die Aufhebung des Obligatoriums die Chance, dass jeder Bürger selber entscheiden kann, welche Werte ihm wichtig sind und wie er sich versichern will. Auch der Staat kann in diesem Fall als Anbieter auftreten und eine Grundversicherung anbieten.

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