Totalversagen der Politik: In vielen Kantonen wird die Marke von 20% des Einkommens überschritten

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Das "Monitoring 2017" des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zeigt, was wir schon lange vermuten: Das soziale Korrektiv Prämienverbilligung funktioniert nicht mehr. In vielen Kantonen wurde die Marke von 20% des Einkommens überschritten. Nach Berücksichtigung der Prämienverbilligung! Das Ziel des Bundesrates waren maximal 8%.

Die Fakten:

  • Der Schnitt aller Kantone lag im Jahr 2017 bei 14 Prozent des Einkommens. Im Jahr 2014 hatte der Anteil noch bei 11 Prozent gelegen.
  • Am höchsten war die Belastung für ärmere Prämienzahler in den Kantonen Baselland und Jura. Dort gaben die Versicherten im Durchschnitt 18 Prozent ihrer Einkommens für die Prämien aus.
  • Zu den Kantonen mit den höchsten Abgaben für Wenigverdiener zählen neben Baselland und dem Jura auch Genf, Neuenburg und Bern. Die verbleibende Prämienbelastung beträgt in diesen Kantonen bei manchen untersuchten Haushalten mehr als 20 Prozent.
  • Das Sozialziel des Bundesrats ist, dass die Prämienbelastung eines Haushalts nicht mehr als 8 Prozent des steuerbaren Einkommens betragen darf.

Es ist sicherlich kein Zufall, dass Kantone, welche über eine haarsträubende Kommunikation verfügen - Neuenburg und Baselland - auch in dieser Perspektive katastrophal abschneiden. Die Prämienbelastung beträgt in diesen und anderen Kantonen - Jura, Genf, und Bern - bei manchen Haushalten mehr als 20 Prozent. Auch die Kantone Jura, Genf, und Bern schneiden hinsichtlich Kommunikation schlecht ab, was unsere These bestätigt, dass eine bewusst schlechte Kommunikation Teil der Politik ist.

Quellen:
Prämien im Baselbiet: In keinem anderen Kanton muss man so viel von seinem Einkommen abgeben
Krankenkasse frisst 14 Prozent des Einkommens